
In den Jahren 1859 bis 1862 wurden am Standort
Dillenburg erste Bahn betriebstechnische Einrichtungen erbaut, die dann in
den Folgejahren auf Grund der wirtschaftlichen Bedeutung der Region durch
ihr qualitativ hochwertiges Eisenerz immer weiter ausgebaut wurden. 1915
Wurde der erste Lokschuppen mit 16 Stellplätzen errichtet, der dann 1935 auf
25 Plätze vergrößert wurde. Zu Spitzenzeiten des
Dampfbetriebes waren hier über 110 Dampfloks der Baureihen 01,
38, 39, 44, 50, 55, 65 86, 93 & 94 stationiert. Gegen Ende des 2.Weltkrieges
wurde das Werk aufgrund seiner logistischen Bedeutung für die
Rüstungsindustrie schwer zerbombt. Am 2. Mai 1972 wurden hier die letzten
noch aktiven Dampflokomotiven der Bundesbahn außer Dienst gestellt und eine
große Ära der Verkehrsgeschichte endete hier in Dillenburg. Danach wurden
große Teile der Kohleanlagen rückgebaut. Bis zu seiner endgültigen
Schließung im Jahr 1983 wurden hier nur noch Gitterboxen der Bundesbahn
repariert. Von den einst 800 Arbeitern der Bahn in Dillenburg sind heute nur
noch 4 an Bahnhof & Stellwerk übrig geblieben! Bei meinem Besuch hatte ich
einen kurzen Moment die Gelegenheit mich noch einmal in die Geräuschkulisse
des Dampfzeitalters zurück versetzen zu lassen, als eine Dampflok
vorbeirauschte und mit lautem Pfeifen wohl ihre alte Heimat begrüßte. Der
Verfall der Gebäude ist sehr weit fortgeschritten. Im Dach der Lokschuppen
klaffen riesige Löcher, der Dachbelag hat sich in mächtigen Drahtfangnetzen
gesammelt, deren Belastbarkeit wohl nicht mehr lange diesen Kräften stand
halten mag. Der Abriß ist nur noch eine Frage der Zeit & des Geldes! |