
Zur Geschichte dieses alten Betriebes ist mir
nicht viel bekannt. Vor Ort lagen im Aufzugsschacht noch einige
Metallbüsten, wie sie sonst in anderen Textilfabriken eingesetzt wurden.
Aufgrund der vernachlässigten Bausubstanz könnte sie auch schon vor der
Wende stillgelegt worden, und nur noch als Lager benutzt worden sein. Auf
einer anderen Webseite wird sie als Elektrogerätefabrik bezeichnet, deswegen
übernehme ich auch diese Funktion.
Schon beim Betreten des verwilderten Grünstreifens um die Fabrik begegnete
ich einem Fuchs, der die Gemäuer als Behausung benutzt. Drin sind seine
Speisereste nicht zu übersehen. Alte Hühnerbeine & Geflügelknochen sowie
Reste von Rattenfell in der Sommerhitze, machten die eh schon modrige Luft
in den Hallen nicht besser. Von Stockwerk zu Stockwerk werden die alten
Holzdecken morscher, so das man sich im 3.OG besser nicht mehr zu weit in
den Raum hineinbegibt, um die dort angepinselten FDJ Wappen und
Friedenstauben näher zu betrachten. Auch in diesem Betrieb fehlen die
aufgemalten Arbeitermotivationsschriften nicht wie z.B. "Durch Kollektive
Zusammenarbeit zu höherer Leistung!" Auf einer Seite wurden auch die Säulen
farbenfroh gestaltet, ein starker Kontrast zu den Hügeln aus Taubenkot am
Boden. Auch die Toilettentechnik entpuppt sich auch als eher altertümlich.
Plumpsklos ohne Wasseranschluss, aber dafür mit Fallrohren von gewaltigem
Durchmesser geprägt. Der einzige Raum im EG mit etwas Licht ist ein alter
ausgeschlachteter Maschinenraum, dessen Fenster an eine gepflegte
Gartenanlage angrenzen. |