Hassia Landmaschinenfabrik
stillgelegt 199x
Die Bilder entstanden im Juli 2008

Die Landmaschinenfabrik Hassia, ehemals A. J. Tröster wurde 1881 von ihrem Namensgeber Andreas Jakob Tröster zur Herstellung von Göpeln und Schrotmühlen mit 5 Mitarbeitern gegründet. Zuvor hatte er in der väterlichen Schmiede und mit seinem Bruder bei der Reparatur von Dreschmaschinen Erfahrungen mit landwirtschaftlichen Maschinen gemacht. 1891 erfolgte der Umzug mit 15 Arbeitern auf das neue Firmengelände in Butzbach, das dort immer weiter ausgebaut wurde, 1905 sogar mit einer eigenen Eisengießerei. Erstes Erfolgsprodukt war 1892 eine Drillmaschine mit der Markenbezeichnung Hassia. 1931 war die Produktpalette unter der Leitung von Helmut und Kurt Tröster um Rübenschneidern, Ackerwalzen & Pflanzlochmaschinen erweitert worden. Nachdem 1942 die 100.000. Drillmaschine hergestellt war, wurde 1945 das Werk zur hälfte bei Luftangriffen zerstört. Aber die Erfolgsgeschichte konnte bereits 1950 wieder mit neuentwickelten Vielfachgeräten in Leichtbauweise fortgesetzt werden. Weitere Meilensteine wurden 1953 mit der ersten europäischen Schlepper Anbaumaschine, 1954 die Kartoffel Legemaschine, 1958 Kartoffelvollernter, 1960 Einzelkornsämaschinen, 1971 pneumatische Einzelkornsämaschinen. 1980 hatte das Unternehmen mit seinen Filialen in Alsfeld, Ilbenstadt & Lindenholzhausen 600 Mitarbeiter. Soziale Errungenschaften aus guten Geschäftszeiten waren eine Gefolgschaftsversicherung, die Luise Tröster Stiftung zur Unterstützung von sozialen Härtefällen & des Hassia Ferienwerkes, einer Urlaubshilfe für Mitarbeiter. Nach der Pleite im Jahr 1991 aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft erwarb der Landmaschinenhersteller Lemken die Produktionsrecht an den Hassia Produkten und das Werk wurde kurz darauf geschlossen. Mittlerweile ist das traditionsreiche Werk abgerissen worden, und ein Neubaugebiet entsteht an dieser Stelle.

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