Keramikfabrik
stillgelegt 199x
Die Bilder entstanden im Oktober 2007

Selten findet man noch so reichlich erhaltene, unverfälschte Betriebsgeschichte wie in diesem Keramikbetrieb. Eine schlicht unendlich erscheinende Masse an ehemaligen Gips-Formen für Keramikwaren stehen in allen Winkeln des Betriebes herum, und erzählen von der Porzellanhistorie der DDR. Ob Formen von Tellern, Krügen, Vasen & Römer- oder Zwiebeltöpfe, alle scheinen bereit für die nächste Produktionsserie - aber daraus wird wohl nichts mehr. Genau so wie die Transportwagen voller ungebrannter Tonwaren in Form von kleinen Drachenspardosen, Enten oder Häuschen die wohl nie mehr eine Ladentheke sehen werden. Die Gebäude befinden sich zum Teil schon in einem sehr maroden Zustand, und werden die Schätze bald unter sich begraben. Erste Stücke vom Dachboden sind durch die Decken bis ins Erdgeschoß durchgebrochen. Dabei handelt es sich überwiegend um Formen von Übertöpfen, von denen ich zuerst glaubte, es seien Teile von Keramiksäulen. Auch ein paar Belege aus den bewegten Zeiten des Betriebes konnte ich noch finden. Angefangen von alten FDGB Gewerkschaftskontrollkarten, über einen Streikaufruf der IG Chemie, Glas, Keramik, bis hin zum Zeitungsartikel, der von einer Versammlung der Streikenden berichtet.

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