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Selten
findet man noch so reichlich erhaltene, unverfälschte Betriebsgeschichte
wie in diesem Keramikbetrieb. Eine schlicht unendlich erscheinende Masse
an ehemaligen Gips-Formen für Keramikwaren stehen in allen Winkeln des
Betriebes herum, und erzählen von der Porzellanhistorie der DDR. Ob Formen
von Tellern, Krügen, Vasen & Römer- oder Zwiebeltöpfe, alle scheinen
bereit für die nächste Produktionsserie - aber daraus wird wohl nichts
mehr. Genau so wie die Transportwagen voller ungebrannter Tonwaren in Form
von kleinen Drachenspardosen, Enten oder Häuschen die wohl nie mehr eine
Ladentheke sehen werden. Die Gebäude befinden sich zum Teil schon in einem
sehr maroden Zustand, und werden die Schätze bald unter sich begraben.
Erste Stücke vom Dachboden sind durch die Decken bis ins Erdgeschoß
durchgebrochen. Dabei handelt es sich überwiegend um Formen von
Übertöpfen, von denen ich zuerst glaubte, es seien Teile von
Keramiksäulen. Auch ein paar Belege aus den bewegten Zeiten des Betriebes
konnte ich noch finden. Angefangen von alten FDGB
Gewerkschaftskontrollkarten, über einen Streikaufruf der IG Chemie, Glas,
Keramik, bis hin zum Zeitungsartikel, der von einer Versammlung der
Streikenden berichtet. |