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Dieser
Betrieb einer ehemaligen Pelzveredlung, die 1994 geschlossen wurde, ist
einer der letzten noch erhaltenen Industrieanlagen in einer Region, die
Jahrzehnte durch vielzählige Leder und Pelzfirmen geprägt war. In den
Gebäuden macht sich in uns ein bedrückendes Gefühl breit, als wir die
Unmengen an Bottichen sehen, in denen in all den Jahren unzählige
Pelztiere für die Modewelt "veredelt" wurden. Fellreste aller Art haben
bis heute den Verfall überdauert und sind noch reichlich zu finden. Der
Name "Mordfabrik" fegt mir unweigerlich durch den Kopf. Dieses trifft wohl
nicht nur auf die Handelsware zu, sondern auch auf die ehemaligen
Arbeiter, die nach Auskünfte eines ehemaligen Mitarbeiters teilweise unter
unzumutbaren Umständen an den Anlagen mit giftigen Stoffen hantiert haben.
Viele, der einst gut bezahlten Pelzveredler, starben dadurch an Krebs und
anderen Folgeerkrankungen. Auch heute ist das Gelände noch stark mit
Umweltgiften belastet. Selbst als Leihe kann man an den Betonelementen die
Schäden durch die aggressiven Chemikalien und den türkisblauen dicken
Staub sofort als wenig gesund einstufen. Auch das obere Stockwerk hält
noch eine skurrile Maschinerie bereit - die so genannten Fleischabschaber,
mit denen man noch letzte Anhaftungen von den Tierhäuten entfernt hat. Um
die altertümlich anmutende Antriebstechnik dieser Apparate hat sich
großflächig ein dicker übel riechender Bodenbelag gebildet An den Wänden
haben sich einige Künstler mit sehr ansehnlichen Malereien ausgetobt.
Vermutlich handelt es sich dabei um die gleiche Gruppe wie im Hanauer
Dekalin Werk, das schon vor einiger Zeit von mir veröffentlicht wurde. Das
Areal soll zukünftig mit einem Lebensmittel- und einem Baumarkt neu
genutzt werden, doch bis heute scheiterte dies an dem Widerstand der
ortsansässigen Geschäftswelt. |