Pelzveredlung Thorer & Co.
stillgelegt 1994
Die Bilder entstanden 01/2007 bis 04/2007

Dieser Betrieb einer ehemaligen Pelzveredlung, die 1994 geschlossen wurde, ist einer der letzten noch erhaltenen Industrieanlagen in einer Region, die Jahrzehnte durch vielzählige Leder und Pelzfirmen geprägt war. In den Gebäuden macht sich in uns ein bedrückendes Gefühl breit, als wir die Unmengen an Bottichen sehen, in denen in all den Jahren unzählige Pelztiere für die Modewelt "veredelt" wurden. Fellreste aller Art haben bis heute den Verfall überdauert und sind noch reichlich zu finden. Der Name "Mordfabrik" fegt mir unweigerlich durch den Kopf. Dieses trifft wohl nicht nur auf die Handelsware zu, sondern auch auf die ehemaligen Arbeiter, die nach Auskünfte eines ehemaligen Mitarbeiters teilweise unter unzumutbaren Umständen an den Anlagen mit giftigen Stoffen hantiert haben. Viele, der einst gut bezahlten Pelzveredler, starben dadurch an Krebs und anderen Folgeerkrankungen. Auch heute ist das Gelände noch stark mit Umweltgiften belastet. Selbst als Leihe kann man an den Betonelementen die Schäden durch die aggressiven Chemikalien und den türkisblauen dicken Staub sofort als wenig gesund einstufen. Auch das obere Stockwerk hält noch eine skurrile Maschinerie bereit - die so genannten Fleischabschaber, mit denen man noch letzte Anhaftungen von den Tierhäuten entfernt hat. Um die altertümlich anmutende Antriebstechnik dieser Apparate hat sich großflächig ein dicker übel riechender Bodenbelag gebildet An den Wänden haben sich einige Künstler mit sehr ansehnlichen Malereien ausgetobt. Vermutlich handelt es sich dabei um die gleiche Gruppe wie im Hanauer Dekalin Werk, das schon vor einiger Zeit von mir veröffentlicht wurde. Das Areal soll zukünftig mit einem Lebensmittel- und einem Baumarkt neu genutzt werden, doch bis heute scheiterte dies an dem Widerstand der ortsansässigen Geschäftswelt.

Startseite Zu den Bildern Teil 1 Zu den Bildern Teil 2 Zu den Bildern Teil 3