VEB Polygraph Heftmaschinen
stillgelegt 1991
Die Bilder entstanden im Mai 2005

Das Unternehmen Gebrüder Brehmer wurde 1879 im Leipziger Stadtteil Plagwitz vom Amerika-Heimkehrer Hugo Brehmer gegründet. In den USA hatte er zusammen mit seinem Bruder August Brehmer an der Entwicklung der Drahtheftmaschine mitgewirkt und führte diese auf den deutschen Markt ein. In den Jahrzehnten des Kaiserreiches entwickelte sich das Unternehmen schnell zu einem Großbetrieb des (poly-) graphischen Maschinenbaus. Das Verfahren der Drahtheftmaschine und später der Faden-Buchheftmaschine revolutionierte die Bucherstellung ähnlich wie die Einführung der Schnellpresse im Druckbereich. Nach dem Tod des Unternehmensgründers 1891 übernahm dessen Mitarbeiter Friedrich Rehwoldt (1846-1924) die Geschäftsführung. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Brehmer 1946/48 enteignet und verstaatlicht. Die Unternehmerfamilie Colditz musste das Werk 1948 verlassen. Als VEB Brehmer (ab 1951: VEB Falz- und Heftmaschinenwerk Leipzig) wurde das Unternehmen Teil der DDR-Staatsindustrie. Als Teil der VVB Polygraph konnte der Betrieb seine ökonomische Erfolgsentwicklung nach 1945 wieder fortsetzen. In den 1950er Jahren waren in ihm etwa 1.500 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. 1959/60 wurde der Betrieb mit dem VEB Buchbindereimaschinenwerk Leipzig (ehemals Maschinenfabrik Karl Krause) zum neuen Großbetrieb VEB Leipziger Buchbindereimaschinenwerke (LBW) fusioniert, der 1970 zum Stammbetrieb des Kombinats Polygraph "Werner Lamberz" Leipzig wurde. Nach dem Ende der DDR und infolge der Privatisierungen wurde das Unternehmen zunächst 1991 an die Firma McCain Manufacturing Corp. mit Sitz in Hamburg und Chicago verkauft, bevor es vom Ludwigsburger Falzmaschinenhersteller Stahl GmbH & Co. KG übernommen wurde. Seit 1999 gehört die Stahl-Gruppe zur Heidelberger Druckmaschinen AG, dessen Leipziger Werk Brehmer heute bildet.

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