
Das Unternehmen Gebrüder Brehmer wurde 1879 im Leipziger
Stadtteil Plagwitz vom Amerika-Heimkehrer Hugo Brehmer gegründet. In den
USA hatte er zusammen mit seinem Bruder August Brehmer an der Entwicklung
der Drahtheftmaschine mitgewirkt und führte diese auf den deutschen Markt
ein.
In den Jahrzehnten des Kaiserreiches entwickelte sich das Unternehmen
schnell zu einem Großbetrieb des (poly-) graphischen Maschinenbaus. Das
Verfahren der Drahtheftmaschine und später der Faden-Buchheftmaschine
revolutionierte die Bucherstellung ähnlich wie die Einführung der
Schnellpresse im Druckbereich.
Nach dem Tod des Unternehmensgründers 1891 übernahm dessen Mitarbeiter
Friedrich Rehwoldt (1846-1924) die Geschäftsführung.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Brehmer 1946/48 enteignet und
verstaatlicht. Die Unternehmerfamilie Colditz musste das Werk 1948
verlassen. Als VEB Brehmer (ab 1951: VEB Falz- und Heftmaschinenwerk
Leipzig) wurde das Unternehmen Teil der DDR-Staatsindustrie. Als Teil der
VVB Polygraph konnte der Betrieb seine ökonomische Erfolgsentwicklung
nach 1945 wieder fortsetzen. In den 1950er Jahren waren in ihm etwa 1.500
Arbeiter und Angestellte beschäftigt.
1959/60 wurde der Betrieb mit dem VEB Buchbindereimaschinenwerk Leipzig
(ehemals Maschinenfabrik Karl Krause) zum neuen Großbetrieb VEB Leipziger
Buchbindereimaschinenwerke (LBW) fusioniert, der 1970 zum Stammbetrieb des
Kombinats Polygraph "Werner Lamberz" Leipzig wurde.
Nach dem Ende der DDR und infolge der Privatisierungen wurde das
Unternehmen zunächst 1991 an die Firma McCain Manufacturing Corp. mit
Sitz in Hamburg und Chicago verkauft, bevor es vom Ludwigsburger
Falzmaschinenhersteller Stahl GmbH & Co. KG übernommen wurde. Seit
1999 gehört die Stahl-Gruppe zur Heidelberger Druckmaschinen AG, dessen
Leipziger Werk Brehmer heute bildet.
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