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Die Wäscheunion in Mittweida beruht auf
Jahrhunderte langer Tradition im Textilhandwerk, deren Wurzeln bis 1400
zurückreichen. Mit Einführung der Dampfmaschine wuchs bis 1938 die Zahl der
mechanischen Webstühle in Mittweida auf 2700 an. Auch in der DDR blieb
Mittweida ein Zentrum der Textilindustrie. 1972 wurde aus dem Kombinat
Baumwolle die Wäscheunion gegründet. In 40 Produktionsstätten stellte man
dort Haushalts & Babywäsche aus
Baumwolle, Viskose & Polyester
her. Mit der Wende kam 1990 das Aus und bis auf einen Betrieb wurde alle
Werke der Wäscheunion geschlossen.
Bei meinem Besuch des schmucklosen Zweckbaus fanden sich die meisten Spuren
ehemaliger Technik im Kesselhaus, die Restlichen der alten Produktionshallen
sind ausgeräumt worden.. In einem angrenzenden Pausenraum standen noch vergessenes Geschirr & Thermoskannen
in einem Schrank, als warteten sie auf die nächsten durstigen Arbeiter. Ein besonderes Objekt ist
ein alter Bagger, mit dem begonnen wurde Gebäudeteile abzureißen, wobei
das nicht mehr allzu junge Gerät anscheinend den Geist aufgegeben hat & dann
einfach an Ort & Stelle belassen wurde. Als weiteres technisches Relikt
vergangener Tage findet sich eine noch gute erhaltene Dieselameise, welche
man sonst wohl nur noch in Museen zu Gesicht bekommt. |